36-Prozent-Steuer und Milliardenverluste verschärfen den Krypto-Druck

Die steuerlichen Gegensätze in Europa und Firmenverluste schüren Unsicherheit und Standortstrategien.

Samir Beck

Das Wichtigste

  • Die Niederlande planen eine 36-prozentige Steuer auf unrealisierte Gewinne bei Krypto und Aktien.
  • Coinbase meldet im vierten Quartal 2025 einen Verlust von über 900 Millionen US-Dollar.
  • Michael Saylor stellt Refinanzierungen selbst bei einem Bitcoin-Rückgang von 90 Prozent über vier Jahre in Aussicht.

r/CryptoCurrency schwankte in dieser Woche zwischen Nostalgie, politischem Rücken- und Gegenwind sowie nüchternen Quartalsrealitäten. Memes setzten die Töne, doch Regulierungsimpulse und Unternehmensmeldungen gaben den Takt vor. Die Community verhandelte damit nicht nur Preise, sondern Erwartungen, Vertrauen und Zeit.

Zykluspsychologie: Zwischen Nostalgie und Selbstironie

Der Ton setzte ein nostalgischer Rückblick auf euphorische Tage, als ein gefeierter Preissprung als Gemeinschaftserlebnis inszeniert wurde – die Erinnerung wurde in einem Meme verdichtet, das an bessere Zeiten erinnert und die Stimmung heute spiegelt, wie der Beitrag „Never Forget What We Were Celebrating 2 Years Ago“ vorführt. Aus der Erinnerung erwuchs Debatte: Sind wir zu spät, zu ängstlich, zu euphorisch – oder einfach im üblichen Zyklus gefangen?

"Es ist so seltsam, dieses Sub zu lesen. Damals zwischen 2k und 20k tief drin, alles verkauft, Jahre später lese ich nur mit. Jetzt in Panik bei 68k – das ist irre. Es klingt wie damals bei 3–4k nach neuem Allzeithoch." - u/gaeee983 (215 Punkte)

Die kollektive Zerrissenheit verdichtete sich in einer Weggabelung der Zweifel – ein Bild, das die Wahl zwischen Umschichten, Verlustrealisierung und sturem Durchhalten zuspitzt, wie das Meme „Crypto guys right now“ zeigt. Dazu mischten sich Meta-Witze über Identitätsmystik in „Who Is Satoshi?“ und ein Valentinstag voller Selbstironie zwischen Trading-Setup und spartanischem Alltag – vom spottenden Arbeitsplatz-Porträt in „Average crypto guy on Valentine“ bis zur augenzwinkernden Prioritätensetzung in „Remember Your Significant Other“.

"Ich achte selten auf Krypto, aber sobald die Doomer‑Memes suizidal werden, ist das mein Zeichen, etwas einzusammeln." - u/PrimeIntellect (77 Punkte)

Regulierung: Spaltende Entwürfe, uneinheitliche Realität

Politik blieb Stimmungstreiber – und Polarisator. Die Ankündigung einer 36‑prozentigen Besteuerung unrealisierter Gewinne in den Niederlanden, zusammengefasst in „Netherlands to introduce unrealized capital gains tax of 36% on crypto and stocks“, entfachte Grundsatzfragen nach Fairness, Kapitalflucht und Praktikabilität.

"Funktioniert das in beide Richtungen – kann man unrealisierte Verluste geltend machen?" - u/Livinsfloridalife (1796 Punkte)

Gleichzeitig prallten Narrative aufeinander: Während manche Regierungen ansetzen, in laufende Buchwerte einzugreifen, bleibt andernorts die Last geringer – der Hinweis auf die abgeschaffte Bitcoin‑Kapitalertragsteuer in Tschechien durch „Czech President approves legislation eliminating Bitcoin capital gains tax“ steht für die regulatorische Kluft in Europa. Für Anleger bedeutet das: Standortwahl ist Strategie – und Volatilität kommt heute ebenso aus Parlamenten wie aus Charts.

Institutionen unter Druck: Langfristige Wetten, kurzfristige Dellen

Auf Unternehmensebene prallten Überzeugung und Realität mit voller Wucht aufeinander. Michael Saylor hält an der Maximalisten‑These fest; selbst ein 90‑prozentiger Preisrückgang ließe sich, so die Behauptung, durch Umschuldung managen – die Debatte dazu entfachte „Strategy’s Michael Saylor: ‘If bitcoin falls 90% for the next four years, we’ll refinance the debt’“. Der Markt reagierte weniger auf Pathos als auf Bilanzmechanik – genau dort verläuft derzeit die Vertrauenslinie.

"Michael Saylor ist nicht dein Freund, Vorsicht, traue Milliardären nie. Du kannst an Bitcoin glauben – ich tue es auch –, nur nicht an ihn." - u/qwertydcf (365 Punkte)

Parallel zeigte sich die andere Seite des Zyklus: Die gemeldeten Quartalsverluste von Coinbase in „Coinbase Reports Over $900M In Losses In Q4 2025“ wurden zwar als buchhalterisch getrieben eingeordnet, doch sie nähren den Druck auf Geschäftsmodelle, die vom Handelsklima abhängen. Kein Wunder, dass die Community Werbebotschaften zunehmend zynisch liest – eine beißende Werbe‑Satire wie „Ads everywhere... Returns nowhere“ trifft den Nerv einer Szene, die zwischen Geduld, Misstrauen und der Suche nach belastbaren Signalen navigiert.

Trends entstehen in allen Diskussionen. - Samir Beck

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Quellen

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Crypto guys right now
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u/Odd-Radio-8500
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Who Is Satoshi?
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u/TheGreatCryptopo
4,062 pts
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