Die Niederlande überdenken die 36-Prozent-Steuer auf Buchgewinne

Die verschärfte Aufsicht und der Zahlungsdruck treiben die Neuordnung des Kryptomarkts.

Lea Müller-Khan

Das Wichtigste

  • Die Regierung der Niederlande überdenkt die 36-Prozent-Steuer auf unrealisierte Gewinne.
  • Tether investiert 200 Millionen Dollar in Whop zur Ausweitung der Zahlungsakzeptanz.
  • Bitcoin verliert seit Jahresbeginn über 20.000 Millionärs-Adressen laut On-Chain-Daten.

Regulierung, Stimmung, Nutzung: Die Debatten des Tages auf r/CryptoCurrency kreisen um die Grenzen des Machbaren – und um die Kosten von Fehlentscheidungen. Zwischen steuerpolitischer Kehrtwende, Compliance-Druck und einem nüchternen Blick auf Zahlungsinfrastruktur zeigt die Community, wohin der Markt sich tatsächlich bewegt.

Regulierung unter Druck – und die Annäherung an die klassische Finanzwelt

Die heftig kritisierte 36-Prozent-Abgabe auf unrealisierte Gewinne zwingt die Niederlande bereits zur Überarbeitung – die Ankündigung der Regierung, den Entwurf zu überdenken, hat die Diskussion um belastbare Steuergrundsätze neu entfacht, wie der Beitrag zur Kehrtwende in Den Haag zeigt. Parallel dazu verdeutlicht die verschärfte US-Senatsprüfung gegen Binance die politischen Risiken, wenn Sanktionsregime, Börsenpraktiken und globale Geldströme kollidieren.

"Steuern auf unrealisierte Gewinne sind verrückt. Wenn ich 100.000 investiere, es auf 200.000 steigt, ich darauf Steuern zahlen muss und es danach auf 0 abstürzt, bin ich mein ursprüngliches Geld los und habe Steuern auf nicht existentes Geld gezahlt." - u/FocusFlukeGyro (693 points)

Gleichzeitig verschwimmen die Linien zwischen Krypto und Börse: Mit dem Schritt von Coinbase in den Aktien- und ETF-Handel samt Partnerintegration deutet sich an, dass Krypto-Plattformen sich breiter als Universal-Broker positionieren. Für die Community bleibt die Kernfrage: Wie balanciert man Identität, Regelkonformität und Wachstum, ohne die Grundprinzipien von Dezentralität und Zugang zu verwässern?

Zerrissene Stimmung: Bärenhumor, harte Daten und neue Neugier

Zwischen Zynismus und Selbstironie spiegelt ein vielgeteiltes Netzmotiv über scheinbar sichere Tagesgewinne und am Ende doch -90 Prozent die Psychologie der Stunde – die satirische Pointe der „Wir sind sowas von zurück“-Erzählung trifft eine Szene, die in Wellen von Euphorie und Ernüchterung denkt. Zugleich nimmt die Community die hastigen Narrativsprünge von „Netz 3“ zu „Netz 4“ aufs Korn, wie ein weiteres Netzmotiv zum angeblichen Sprung nach vorn zeigt.

"Krypto sagt praktisch: Glückwunsch zu deinen 10 %, bitte die historischen Traumata ignorieren." - u/Sweety-Lifeguard (92 points)

Hinter dem Humor stehen harte Signale: Eine Google-Trends-Auswertung meldet Rekordhöhen bei negativen Suchen („Bitcoin ist tot“) – gleichzeitig steigen Anfragen wie „Was ist Bitcoin?“ auf Allzeithochs. In diese Ambivalenz passt, dass seit Jahresbeginn laut Bericht über verschwundene Bitcoin-Millionärs-Adressen tausende „Papier-Millionäre“ weggefallen sind: Kapitulation und Onboarding prallen aufeinander – ein typisches Muster reifer Marktzyklen.

Zahlungsnetze gewinnen – NFTs stolpern

Der produktseitige Fokus verschiebt sich sichtbar Richtung Nutzbarkeit: Tether finanziert die Ausweitung von Zahlungsakzeptanz über eine Marktplatz-Integration, wie die Investition in Whop zeigt, während Oobit direkte Krypto-zu-Bank-Überweisungen in lokale Zahlungsnetze bringt – inklusive eigener Verwahrung als Komfortfaktor. Im Kontrast dazu steht die nüchterne Bilanz jenseits des Hypes: Die „größte“ TRON-NFT-Plattform meldet ein Tagesvolumen im einstelligen Dollarbereich, worauf der Beitrag zur Flaute bei AINFT verweist.

"Justin Suns Schöpfung floppt. Ich bin voll dafür." - u/AgitatedDragonfly769 (27 points)

Das Muster ist eindeutig: Zahlungs- und Abwicklungsinfrastruktur für Stabilmünzen rücken in den Vordergrund, weil sie reale Nutzungskanäle in Handel und Alltag öffnen – während viele spekulative Segmente einen Realitätstest durchlaufen. Die Community bewertet diesen Pragmatismus als Reifungsschritt, bei dem Funktionalität und Zugang vor Erzählungen rangieren.

Exzellenz durch redaktionelle Vielseitigkeit. - Lea Müller-Khan

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Quellen